Warum ich beim F.E.E.L.-Effect bin.

Ich bin Noémi und studiere Internationale Soziale Arbeit und Entwicklung an der Hochschule Coburg. Seit ich hier das Studium angefangen habe, war ich begeistert, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich ehrenamtlich zu betätigen. So habe ich hier in Coburg, auch angestoßen durch meine Komiliton*innen, angefangen mich bei der Hochschulgruppe Amnesty International und im Jugendzentrum zu engagieren. Ab und zu besuche ich auch Veranstaltungen des Alternative Kultur e.V., die immer viele verschiedene, interessante Themen haben, mit denen ich meinen Horizont erweitern kann und die mir schon den ein oder anderen guten Denkanstoß gegeben haben.

Noemi

So war es auch beim Vortrag des F.E.E.L.-Effect im April. Ich hatte davor von verschiedenen Personen gehört, dass einige Student*innen unter anderem in Griechenland waren und in Projekten mit Geflüchteten gearbeitet haben, aber wusste nicht konkret, wo sie genau waren und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Deshalb ging ich zu ihrem Vortrag und wurde inspiriert, mich auch dort zu engagieren.

Die Geschichten und Lebensumstände von Geflüchteten oder Migrant*innen haben mich auch wegen meiner Familiengeschichte schon sehr lange beschäftigt. Als meine Mutter dann angefangen hatte Deutschkurse für eine Gruppe unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge zu geben und mir viel davon erzählte, war ich immer mehr motiviert, mich auch in diesem Bereich zu engagieren. Im zweiten Semester, im Rahmen eines studienbegleiteten Praktikums, ergab sich dann für mich die erste Möglichkeit und ich begleitete drei Wochen lang eine Asylsozialberaterin der Caritas. Dadurch lernte ich viele Geflüchtete und ihre Lebensgeschichten kennen und bekam zudem einen guten Einblick in ihre Lebensumstände in Deutschland und die Organisationsstrukturen und bürokratischen Einschränkungen, mit denen sie konfrontiert waren.

Durch diese Erfahrung wurde ich beim Lesen von Zeitungsartikeln, Nachrichten und Kommentaren über die Flüchtlingsdebatte immer aufmerksamer. In der politischen Diskussion werden Geflüchtete meiner Meinung nach kaum als Menschen mit Rechten und Würde dargestellt und von der Macht der Politiker*innen und der „allgemeinen Meinung“ unterdrückt.

Es werden so viele verschiedene und vor allem negative Berichte über geflüchtete Menschen verbreitet, dass die Leser*innen entweder gar nicht mehr wissen, was sie denken sollen, oder das negative Bild, weil sie keine eigenen Erfahrungen haben, als ihre Meinung übernehmen und weiterverbreiten. Dieser Entwicklung kann und muss man durch das Anbieten und Verbreiten von alternativen und persönlichen Darstellung entgegenwirken. Durch das Erzählen von persönlichen Erfahrungen mit Geflüchteten und der Weitergabe von Informationen über aktuelle Geschehnisse in der Politik und der Situation von Geflüchteten, kann man dann einen Überblick über das Thema geben und so vielleicht positive Erkenntnisse und Empathie bei den Menschen bewirken.

Wegen dieser „Vorgeschichte“ und Gedanken hat es mich sehr begeistert, wie die Mitglieder*innen des F.E.E.L.- Effekt in Projekten in Griechenland und Serbien die Geflüchteten unterstützt haben und wie sie dann von ihren Erfahrungen erzählt und ein reales und persönliches Bild der Situation von Geflüchteten vermittelt haben.

Neben der sehr wichtigen Öffentlichkeitsarbeit möchte ich in Zukunft auch aktiv an der Unterstützung von Geflüchteten durch Freiwilligenarbeit und das Organisieren von verschiedenen Aktionen, teilnehmen. Dafür bietet der F.E.E.L.-Effect die besten Voraussetzungen, da er diese beiden Teile verbindet. Ich freue mich auf den neuen Blog, Aktionen in Coburg zu planen und darauf, wie bisher geplant, Ende nächsten Jahres auch in verschiedenen Projekten in Europa bei der Unterstützung von Geflüchteten mitwirken zu können.

Noémi Rebényi