Für Körper und Geist

Vor dem Start unserer Unternehmung hat sich jedes Projektmitglied einen Schwerpunkt gelegt, auf den er oder sie sich dann konzentrieren wollte. Bei mir war dabei vor allem der Gedanke vorhanden, mich darauf zu konzentrieren, wie die Freizeitgestaltung in puncto Sport, beziehungsweise körperliche Aktivität, vorhanden ist.

Nach der ersten Zeit bei Habibi.Works ist mir besonders aufgefallen, wie essentiell eine körperliche Auslastung – besonders von Geflüchteten – ist. Diese sitzen meist in ihren Unterkünften und haben kaum Möglichkeiten sich körperlich zu betätigen. Vor allem bei Kindern, welche oft viel Energie und einfach Spaß an Bewegung haben. Somit war es oft der Fall, dass die Jugendlichen und Kinder, nachdem sie bei Habibi.Works angekommen sind, als erstes irgendwelche Sportutensilien genommen  und direkt losgelegt haben. Sei es Tischtennis, Volleyball und Fußball spielen oder Trampolin springen. Auch bei vielen Erwachsenen ist der Drang zur körperlichen Ertüchtigung sichtbar. Bei diesen ist aber meist der Gang in eine der vorhandenen Werkstätten der erste Schritt, da sie dort kreativ und selbstbestimmt Dinge anfertigen können, welche für sie selber nützlich sind.

Das vorhandene Angebot an Sport bei Habibi.Works ist wirklich vielfältig. Neben diversen Bällen, Tischtennis und zwei Trampolins gibt es auch einen großen Bereich für verschiedenste Kraftsportübungen. Das sind wirklich sehr schöne Voraussetzungen. Allerdings ist etwa Fußball ohne Tor, oder Basketball ohne Korb nur der halbe Spaß.

Die erste Idee, um Habibi.Works dabei zu helfen ihr Angebot auszuweiten war es, einen Basketballkorb in den Werkstätten bei Habibi.Works zu bauen. Dies ist ein schneller Weg, damit die Besucher*innen eine neue sportliche Aktivität haben. Es ist möglich alleine, oder in Teams auf diesen Korb zu spielen. Zusammen mit Johannes habe ich dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt.

Zunächst haben wir uns das erforderliche Holz, mit den von uns geplanten Maßen, bei einem netten Händler in der Nähe von Habibi.Works besorgt. Außerdem haben wir in einem Sportgeschäft einen Ring für den Korb gekauft. Dann haben wir den Holzbalken und das Brett mit Lack wetterfest gemacht und noch bemalt. Anschließend haben wir nach viel Rechnerei das Brett an den Balken gebohrt.

Am schönsten war jedoch das Aufstellen des Korbs. Hierbei wurden wir tatkräftig von den Besuchern und Besucherinnen Habibis unterstützt. Dabei zeigte sich, dass viele von ihnen viel mehr Ahnung als Johannes und ich hatten. Besonders als es darum ging den Zement für die Befestigung anzurühren und den Korb aufzustellen. Das Resultat war wirklich mehr als zufriedenstellend. Nun können die Besucher*innen sich richtig beim Basketballspielen austoben.

Zudem haben Johannes und ich ein Angebot im Camp in Ioannina unterstützt. Dafür sind wir dreimal die Woche von 14:30 bis 16:00 Uhr im Camp gewesen und haben zusammen mit Mitarbeitern von UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) ein Fußballtraining mit anschließendem Spiel geleitet. Trotz unserer Erfahrung als Trainer in Deutschland, war dies nochmals eine andere Herausforderung, besonders aufgrund der Sprache. Auch Streitereien unter den Kindern kamen manchmal vor oder Unzufriedenheit mit gewissen Regeln. Jedoch haben wir das alles gut gemeistert und auch die Kinder und Jugendlichen haben irgendwann die Übungen sehr gut umgesetzt und sich auch gegenseitig motiviert und geholfen. Alles in Allem war dies eine tolle Erfahrung für mich und ich hatte immer Spaß. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Helfenden und besonders mit Johannes, welcher seine Erfahrung als Fußballtrainer toll umsetzte, war sehr schön.

Ich hoffe, dass die Jugendlichen, sei es durch das Angebot bei Habibi oder durch das Fußballtraining, einen Ausgleich zum Rumsitzen und Nichtstun haben und dass der Sport auch neue Freundschaften und Verbindungen unter den Jugendlichen schafft. Auch weitere Dinge, die der Mannschaftssport mit sich bringt, wie Teamgeist, Leidenschaft und auch das Einhalten von Regeln sind von Vorteil für die Jugendlichen.

Im Endeffekt steht jedoch der Spaß im Vordergrund und den hatten wir alle zusammen reichlich.

Liebste Grüße euer Henning