Habibi.Works

Wir arbeiten nun seit einer Woche bei Habibi.Works, haben uns eingelebt und viele spannende Menschen kennen gelernt. Daher wollen wir Euch dieses wertvolle Projekt vorstellen.

Habibi.Works ist eine Begegnungsstätte, eine Werkstatt, ein Ort des gemeinsamen Austauschs und ein Safe-Place für viele Geflüchtete aus der Region Ioannina im nordwestlichen Griechenland.

Im August 2016* gründete der deutsche Verein „Soup and Socks e.V.“ das Projekt Habibi.Works. Die Initiative teilte zunächst in einem Flüchtlingscamp in Katsikas für ca. 1.200* Menschen Essen und Kleidung aus. Doch um das Projekt so nachhaltig wie möglich zu gestalten und um den Geflüchteten mehr Möglichkeiten zu bieten, mietete der Verein eine alte Lagerhalle auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Camps. Gemeinsam mit Geflüchteten wurden Wände gezogen, Werkstätten eingeräumt und die Halle wurde so zu einem Raum für alle umgestaltet.

Nun gibt es hier auf über 700 Quadratmetern eine Metallwerkstatt, eine Holzwerkstatt, eine kleine Bücherei, ein Computerlabor, eine Nähwerkstatt, eine Kreativecke, einen Beautyworkshop und eine große Küche. Die Außenanlage bietet außerdem ein Fitnessstudio, Trampoline, einen selbstgebauten Dome, der je nach Bedarf genutzt werden kann (zum Beispiel um gemeinsam Musik zu machen), einen Hühner- und Entenstall, einen Gemüsegarten und vor allem viel Platz, zum Spielen und Toben. All diese Orte und Möglichkeiten stehen den Menschen frei zur Verfügung.

Die Lagerhalle liegt in einem Bergtal, 20 Minuten von Ioannina (ca. 65.000 Einwohner) entfernt. Aufgrund der sehr kalten Winter wurde im November 2016 das Camp „Katsikas“ vorübergehen geschlossen und die dort lebenden Menschen in Appartements und andere Camps umgesiedelt. Nun werden die Menschen, die bei Habibi.Works ihren Alltag gestalten wollen, von Dienstag bis Samstag mit Bussen von ihren jeweiligen Unterkünften zu Habibi.Works gefahren.

Das Asylverfahren in Griechenland ist geprägt von langen Wartezeiten. Dieses Warten empfinden die Menschen als sehr kräftezehrend sowie ernüchternd und daher entsteht die Notwendigkeit Kreativität, Potenziale und Talente zu fördern. Genau das ist bei Habibi.Works möglich. So werden hier beispielsweise Regale gebaut, Kleidung geflickt und genäht, Fahrräder repariert oder es wird gekocht. Es geht darum, dass die Menschen ihre Talente entfalten können, neues lernen, Hobbies wiederaufnehmen und sich gegenseitig etwas beibringen. Das Habibi.Works-Team bietet außerdem vielfältige Workshops an, damit die Menschen auch Neues, noch Unbekanntes ausprobieren können.

Habibi.Works ist dafür da, den Menschen die Möglichkeiten der Selbst-Entfaltung zu geben und arbeitet dabei auf Augenhöhe mit ihnen.  Um dies tun zu können, engagieren sich viele Menschen aus der ganzen Welt. Mimi ist seit Beginn des Projektes bei Habibi.Works und arbeitet seit eineinhalb Jahren vor Ort. Sie ist die Person mit der das Projekt steht und fällt. Seit acht Monaten lebt auch Kiki hier. Beide Frauen arbeiten unentgeltlich für dieses Projekt und engagieren sich mit vollem Einsatz.  Mehr als 70 Volunteers waren bereits für kurze Zeit bei Habibi.Works, um die Menschen hier und diese Einrichtung zu unterstützen. Darüber hinaus sind viele Freiwilligen, die jemals vor Ort bei Habibi.Works mitgearbeitet haben, in ständigem Austausch miteinander. So zehrt das Projekt auch weiterhin vom Potenzial der ehemaligen Freiwilligen. Beispielsweise unterstützen noch immer Mitgründer der ersten Stunde das Projekt bei der Finanzierung und der Öffentlichkeitsarbeit.

 

*Das Gründungsdatum sowie die Anzahl der unterstützten Menschen wurde am 15.10.2017 geändert, da uns zuvor falsche Daten vorlagen.