Wie alles begann

Für mich steht fest: Jedes Menschenleben zählt. Mit dieser Prämisse setzte ich mich im Januar 2017 immer wieder mit der Frage auseinander: Was werden meine Kinder mal zu mir sagen, wenn sie sich mit der heutigen Situation von fliehenden Menschen (in Europa) beschäftigen? Werden sie mich fragen, warum ich nichts getan habe, obwohl tausende Menschen auf dem Mittelmeer ihr Leben verloren haben? Werden meine Kinder mir das vorwerfen? Ähnlich wie dies in der Folge des NS-Regimes passiert ist? Natürlich kann man die beiden Situationen nur schwer miteinander vergleichen. Und trotzdem blieb bei mir der Gedanke: Ich habe aktuell die Möglichkeit mich für Menschen einzusetzen, die sich in aussichtslosen Lebenslagen befinden.

Von diesen Gedanken habe ich auf einer kleinen Geburtstagsfeier Katharina erzählt. Offensichtlich habe ich bei ihr auf einen Nerv getroffen. Denn wenige Tage später erzählte Kathi mir auf einer Autofahrt, dass auch sie der Gedanke nicht mehr loslasse, weil sie die aktuelle Situation unerträglich finde. Noch während dieser Autofahrt haben wir beide gemeinsam beschlossen, dass wir handeln wollen. Dass wir nicht weiter unser Leben führen wollen, als würde uns die gesamte „Flüchtlingssituation“ auf der Welt nichts angehen.

Nun stellte sich für uns natürlich die Frage: Was können wir SINNVOLLES und WIRKSAMES tun, um Menschen in unwürdigen Lebenslagen an den Grenzen Europas zu unterstützen. Uns war klar, dass wir weiteren Freunden von unserer Idee erzählen wollen, um mögliche Mitstreiter zu finden. Doch was genau war unsere Idee von der wir berichten können? Um etwas konkretere Vorstellungen an unsere Freunde weitergeben zu können, beschäftigten wir uns mit Möglichkeiten der Unterstützung. Schnell stellte sich heraus, dass wir uns nicht an Board eines Rettungsschiffes sehen, da wir dort mit unseren (Nicht-)Erfahrungen und Fähigkeiten keine große Hilfe darstellen würden. Somit beschlossen wir uns auf Projekte an den Außengrenzen der EU, wie beispielsweise in Griechenland, zu konzentrieren.

Mit dieser Idee sind wir nun auf unsere Freunde zugegangen. Wir erzählten ihnen von unseren Gedanken und Recherchen der letzten Wochen. In Laura, Max, Henning, Barbara und Alex fanden wir Gleichgesinnte. Gemeinsam arbeiteten wir in der folgenden Zeit weiter an unserer Idee und ließen so das Projekt FEEL-Effect in seiner heutigen Form entstehen.

Ich bin überglücklich so tolle Menschen wie Euch gefunden zu haben. Es ist mir eine Ehre in einem Monat mit Euch zusammen in ein spannendes Projekt zu starten.

Euer Johannes